Blühstreifen und Blühflächen richtig anlegen

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Was bringen Blühstreifen/-flächen?

In der intensiv genutzten Feldflur fehlen vielen Insekten besonders im Sommer geeignete Blütenpflanzen, die ihnen Nahrung bieten. Deshalb ist die Hälfte der bekannten Bienenarten vom Aussterben bedroht. Durch die Anlage von Blühstreifen/-flächen kann der Landwirt aktiv zum Überleben vieler Insekten und somit auch zum Arterhalt einen wichtigen Beitrag leisten. Zusätzlich bieten mehrjährige Blühflächen auch Äsung und Deckung für Wildtiere wie Rehe, Hasen, Fasane, Rebhühner usw.
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Weitere Gründe für die Anlage von Blühflächen:

  • Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität
  • Bereicherung der Landschaft
  • Schaffung neuer Lebens- und Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen
  • Ausweitung des Biotopverbundsystems
  • Ganzjähriger Bodenschutz gegen Erosion
  • Schutz von Oberflächen- und Grundwasser
  • Erhöhung des Erholungswerts der Landschaft
  • Nützlinge aus den Blühstreifen können Schädlinge in der Ackerfläche bekämpfen

Welche Flächen sind geeignet?

Auf landwirtschaftlichen Flächen gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, Blühstreifen oder Blühflächen anzulegen. Entlang von Ackerflächen (z.B. Mais) beeinflussen Blühstreifen das Landschaftsbild sehr positiv. Rand- oder Pufferstreifen im Anschluss zu Wegen und Gewässern oder auch entlang von Waldrändern sind für die Ansaat heimischer Wildpflanzen gut geeignet. Auch schlecht zu bewirtschaftende Teilflächen wie Buchten, Spitzen und Eckstücke können schon auf sehr kleinem Raum einen ökologischen Nutzen für Tiere und Pflanzen bringen.
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Was ist zu beachten:

  • Auf die Anwendung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln in den Blühstreifen/-Blühflächen ist zu verzichten (Abstand halten!).
  • Ein Schwarzbrachestreifen als Puffer zur Kulturfläche wäre deshalb ökologisch sehr wertvoll.
  • Flächen meiden, die sehr stark verunkrautet sind.
  • Stark verdichtete und staunasse Böden sind eher ungeeignet.

Anlagevarianten

Erst seit wenigen Jahren sind hochwertige Saatgutmischungen mit einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen heimischen Wildpflanzen im Saatguthandel erhältlich. Je länger Blühstreifen/-flächen in der Flur stehen bleiben können, desto größer ist der ökologische Wert für blütensuchende Insekten und andere Wildtiere.
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Je nach Anlageart unterscheiden wir verschiedene Stufen der ökologischen Wertigkeit:

  • Einjährige Mischungen, die mit der Kultur abgemäht werden. *
  • Einjährige Mischungen, die bis in den Winter stehen bleiben. * *
  • Mehrjährige Mischungen, die mit der Kultur abgemäht werden, aber im Folgejahr wieder kommen. * * *
  • Mehrjährige Mischungen, die ohne Eingriffe über viele Jahre stehen bleiben können. * * * *
Geringer * bis sehr hoher **** ökologischer Wert.

Saatgut und Saathinweise

Durch die Verwendung von hochwertigem, gebietsheimischem (autochthonem) Saatgut ist sichergestellt, dass es in der Natur zu keiner Florenverfälschung kommt und keine unerwünschten Arten enthalten sind.
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Was ist bei der Anlage von neuen Blühflächen noch zu beachten?

  • Stark verunkrautete Flächen sollten vor der Winterpflugfurche durch geeignete Maßnahmen von Unkräutern befreit werden.
  • Das Saatbett muss feinkrümelig und darf nicht klumpig sein, der Boden locker.
  • Je nach Mischung werden 10-20 kg/ha Saatgut ausgebracht (Kosten 150-300 €/ha).
  • Die Breite von Blühstreifen soll mindestens 3 Meter betragen.
  • Die Maissaat (und bis 3 Wochen später) ist der optimale Zeitpunkt für die Ansaat der Blühmischungen.
  • Das Saatgut darf nur ganz oberflächlich ausgebracht werden, den Schardruck ganz wegnehmen!
  • Ein Walzen des Bodens bei nicht zu feuchten Verhältnissen ist ratsam.
  • Treten Problemunkräuter auf, so sind diese möglichst punktuell zu entfernen.

Hinweise und Kontaktadressen

Bei der Erstellung und Umsetzung von agrarökologischen Konzepten für Ihren landwirtschaftlichen Betrieb werden Sie durch die Sachgebiete Agrarökologie und Boden an den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) unterstützt.
Die ÄELF in Bayern finden Sie unter: www.stmelf.bayern.de/behoerden/amt

Verschiedene Aktionen unterstützen Sie bei der Anlage von Blühstreifen/-flächen:

 

Herausgeber:
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Vöttinger Straße 38, 85354 Freising-Weihenstephan
www.LfL.bayern.de
Redaktion: Institut für Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz
Lange Point 12, 85354 Freising

E-Mail: Agraroekologie@LfL.bayern.de
Tel. 08161/71-3640, Fax: 08161/71-5848
Fotos: Baumgartner, Gronmayer, Pfiffner, Volz, Wünsche

© 2011 LfL, alle Rechte vorbehalten

Dieses Merkblatt ist auch als download erhältlich.

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