Konservierende Bodenbearbeitung mit Mulchsaat

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1. Versuchsfrage:
Im Versuch (Beginn Herbst 1992) werden auf einer erosionsgefährdeten Hangfläche (Bodenart Ut4) im Sächsischen Lößhügelland (Nähe Außenfeld Methau/Colditz) in der Fruchtfolge Körnermais (bis 2008: Zuckerrüben) - Winterweizen - Wintergerste (hangabwärtsgerichtete Bestellung) die acker- und pflanzenbaulichen Auswirkungen von wendender sowie nichtwendender, wassererosionsmindernder Bodenbearbeitung mit Mulchsaat (nach Senf-Zwischenfrucht bzw. nach Strohdüngung) untersucht.

2. Prüffaktoren:
Die Faktoren Fruchtart (F) und Bodenbearbeitungsverfahren (BB) werden variiert. Jede Kombination ist im gleichen Jahr jeweils auf einer Teilfläche (Block) anzutreffen.

Faktor F: Fruchtarten

  • F1 Körnermais
  • F2 Winterweizen
  • F3 Wintergerste

Jedes Jahr kommen alle drei Fruchtarten zum Anbau (1 Fruchtart in einem Block). In jedem Block werden zu den drei Fruchtarten die beiden unterschiedlichen Bodenbearbeitungsverfahren (Faktor B) durchgeführt

Faktor B: Bodenbearbeitung (zu jeder Fruchtart):
(BB: Bodenbearbeitung, ZF: Zwischenfruchtanbau, KM: Körnermais, MS: Mulchsaat, SBB: Saatbettbereitung)

  • BB 1: Konventionelle BB mit Pflug, ohne ZF-Anbau, ohne MS.
  • BB 2: Nichtwendende BB mit Grubber, mit Strohdgg., mit ZF-Anbau und MS zu KM (mit SBB), MS zu Weizen u. Gerste. 2012 Striptillage (Streifenbearbeitung) zu KM


3. Versuchsanlage:
Drei Versuchsblöcke mit je 2 Langparzellen, ohne Wiederholungen

4. Auswertbarkeit/Präzision:
Das Ertragsniveau lag im Jahr 2012 beim Wintergetreide über dem Niveau der Mittelwerte der letzten Versuchsjahre, es waren keine negativen Auswirkungen der geringen Niederschläge im Frühjahr festzustellen. Das Ertragsmittel der Jahre 1998 bis 2012 betrug bei WW 76 dt/ha, bei WG 62 dt/ha. Die Maiserträge lagen 2012 (bis 2008: Zuckerrüben) deutlich über den Vorjahren.

Die agrotechnischen Termine wurden eingehalten, so dass die Versuchsergebnisse ohne Einschränkungen verwertbar sind. Im Auswertungszeitraum wurde erstmals Striptillage zu Mais durchgeführt.

5. Versuchsergebnisse:

Bodenabearbeitung
Ertrag 2012 [dt/ha]
 
Körnermais 
Winterweizen 
Wintergerste 
BB 1: Pflug
112
77
63
BB 2: pfluglos mit Grubber / Striptillage
121
72
85

*: Winterweizensorte Toras (gering fusariumanfällig)

 

6. Schlussfolgerungen/Handlungsbedarf:

• Eine Zusammenfassung der Erträge zeigt, dass im Mittel der letzten 12 Jahre auf den pfluglos bear-beiteten Varianten eine Ertragsgleichheit oder –überlegenheit gegenüber der Pflugvariante erzielt wurde.

• Der seit einer Versuchsumstellung im Versuchsjahr 2008/09 angebaute Körnermais (bis 2008: Zucker-rüben) erbrachte mit über 110 dt/ha Körner bei 86% TS den bisher höchsten Ertrag.

• Die Untersuchung der Weizenkörner (Winterweizen wird nach Körnermais angebaut) auf DON ergab eine geringe Belastung der Weizenproben. Mit 429 μg/kg Getreide lag der Wert der Variante „pfluglos – mit Grubber“ deutlich unter dem Grenzwert für unverarbeitetes Getreide (1250 μg/kg), der Mykotoxingehalt der Variante „Pflug“ lag bei 104 μg/kg.

• Auch weiterhin wird beim Anbau von Winterweizen nach Mais auf einen Mulchereinsatz auf der Maisstoppel sowie die Wahl einer gering fusariumanfälligen Weizensorte geachtet.

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