Ökologische Legehennenhaltung

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Der wichtigste Grund für die Wahl von ökologisch erzeugten Lebensmitteln durch den Verbraucher ist die artgerechte Haltung der Tiere. (Ökobarometer 2012) Gleichzeitig ist durch Medienberichte über mangelhafte Zustände in Biolegehennenhaltungen eine Unsicherheit über die tatsächlichen Vorzüge der ökologischen Legehennenhaltung gegenüber der konventionellen entstanden. Daher sollen im Folgenden die entscheidenden Unterschiede der Anforderungen der EU-Ökoverordnung für die Haltung von Legehennen zur konventionellen Haltung dargestellt werden. Einzelne ökologische Anbauverbände gehen in ihren Anforderungen noch über diese Bestimmungen hinaus.

Im Gegensatz zum konventionellen Hühnerhaltung gibt es mit 3000 Tieren pro Stall eine Obergrenze für die Herdengröße. Auch je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ist der Tierbestand auf maximal 230 Legehennen je Hektar begrenzt. Je m² Stallfläche dürfen nur 6 Tiere gehalten werden, somit stehen jedem Tier mindestens ca. 1.600 cm², und damit doppelt so viel als in der konventionellen Haltung mit Kleingruppenkäfigen, zur Verfügung. Mindestens ein Drittel der Bodenfläche des Stalles muss als Scharraum von fester Beschaffenheit und eingestreut sein. Die Nester müssen mindestens eine Fläche von 120 cm² je Tier bieten und es müssen je 18 cm Sitzstange je Tier vorhanden sein. Ein ausreichend großer Teil des Stalles ist als Kotgrube vorzusehen. Von besonderer Bedeutung bei der ökologischen Legehennenhaltung ist der Auslauf. Alle Tiere müssen dazu leichten Zugang haben und für jedes Tier müssen insgesamt 4 m² zur Verfügung stehen. Der Auslauf muss außerdem auf mehr als 50% seiner Fläche eine Vegetationsdecke besitzen (VO (EG) Nr. 889/2008).

Aus diesen Bestimmungen ergibt sich die Stallhaltung mit Grünauslauf als Mindestanforderung in der ökologischen Legehennenhaltung. Dieses Haltungssystem kann oft bei vorhandenen Gebäuden realisiert werden. Als Erweiterung dieses Systems ist auch das Angebot eines überdachten Raums außerhalb des Warmstalls möglich. Dieser „Wintergarten“ kann von den Tieren witterungsunabhängig täglich genutzt werden. Durch kleine Unterstände oder Bäume und Sträucher auf der Auslauffläche, die den Tieren Schutz vor Greifvögeln bieten, kann erreicht werden, dass die Tiere die gesamte Auslauffläche nutzen und sich nicht vorzugsweise in der Nähe des Stalles aufhalten.

Die Ställe selbst können in Ställe mit Volierenhaltung und Bodenhaltung unterschieden werden. Ein wesentliches Merkmal der Volierenhaltung ist die Nutzung der dritten Dimension. Die Tiere können erhöhte Sitzstangen und die verschiedenen Ebenen der Volierenblöcke erreichen.

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Foto: Globogal, Ökovoletage

Solche Volierenhaltungssysteme werden von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Eigenschaften angeboten. Bei erhöhten Volierenblöcken (siehe Bild), kann der Raum unter der Voliere als Scharraum genutzt werden und die Tiere können ungehindert von der einen zur anderen Stallseite wechseln. Die Entmistung erfolgt in diesen Ställen zumeist über Kotbänder, der Kot wird also nicht im Stall gelagert.

Die Bodenhaltung bietet eine einfache Lösung für kleinere Ställe und Umbauten. Bei diesem Haltungssystem ist der Stall geteilt in eine mittige Kotgrube, die mit Gittern und Leisten abgedeckt ist, wobei die Leisten als Sitzstangen dienen, und dem Scharraum, der auch hier mindestens 1/3 der Stallfläche einnehmen muss. Die Nester sind leicht erhöht an den Wänden angebracht. Eine ggf. geringere Bestandesdichte in diesem Haltungssystem kann im Winter eine zusätzliche Heizung nötig machen.

Eine weitere Möglichkeit der ökologischen Legehennenhaltung bieten Mobilställe. Dies sind fahrbare Ställe, die einfach von einer Auslauffläche zur nächsten gezogen werden können. Solche Ställe werden für Tierbestände unterschiedlicher Größe sowohl mit Kotgruben als auch mit Volieren angeboten. Durch das regelmäßige Umsetzen kann jede neue Herde eine Auslauffläche in gutem hygienischem Zustand erhalten und die Grasnarbe kann in den Ruhepausen regenerieren oder nachgesät werden. Zudem kann mit mobilen Ställen eine gute Kundenwirksamkeit erreicht werden, in dem man ihn z.B. in der Nähe von Straßen aufstellt und mit Beschriftungen versieht.

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Foto: Stallbau Iris Weiland (http://www.huehnermobil.de/unsere-staelle/huehnermobil-225/)

Quellen: Oekolandbau.de www.huehnermobil.de, Durchführungsbestimmungen zur VO (EG) Nr. 889/2008 DER KOMMISSION, EG Öko VO Anhang 3, Bioland, www.mobilstall.de, Naturland, Ökobarometer 2012

Originaltext: Andrea Mühle (2012): Ökologische Legehennenhaltung. In: Informationsbrief Ökologischer Landbau Mittel- und Osteuropa - Nr. 31, EkoConnect, Dresden. (http://ekoconnect.org/tl_files/eko/p/Infobrief/31/ib31_de.pdf)

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