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Maßnahme

Stadtgut Görlitz - Landbau ökologisch

Görlitz

Am Fuße der Landeskrone, einem erloschenen Vulkan, dem Wahrzeichen der Stadt Görlitz, liegt unser Stadtgut. Von hier aus kann man im Osten nach Polen und im Süden nach Tschechien sehen. An klaren Tagen sind die Gipfel des Riesengebirges zum Greifen nah.

Mit wechselnden Eigentümern leistete das Gut über die Jahrhunderte einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung der Stadtbewohner. In dieser Tradition stehen und sehen wir uns heute und möchten Ihnen gerne unser Bemühen um eine gesunde Ernährung und der Erhaltung einer reichen Natur- und Kulturlandschaft näher bringen.

Seit 1993 wird das Gut ökologisch in einer Kreislaufwirtschaft, mit den drei Bereiche: Obstbau, Landbau und Tierhaltung bewirtschaftet.

Der Obstanbau des Stadtgutes
An den Hängen des erloschenen Vulkans, der Landeskrone, abfallend ins Neissetal, liegen die Obstgärten unseres Betriebes. Auf gut 40 Hektar werden verschiedene Apfelsorten sowie Sauerkirschen angebaut.
Das kontinentale Klima, die vielen Sonnenstunden und die tiefgründigen Lößböden sind die entscheidenden Faktoren, die in ihrem Zusammenspiel für die herausragenden Qualitätseigenschaften unseres Obstes sorgen.
So kommt es dadurch zu einer guten Ausfärbung, einem Anstieg der positiven Inhaltsstoffe, wie auch mehr Vitaminen. Durch das mehr an Süße wird der Geschmack runder. Das Fruchtfleisch ist fester, was man bei jedem knackigen Bissen spürt. Es führt auch zu besserer Lagerfähigkeit und damit einer geringeren Anfälligkeit von Druck- und Faulstellen.
Die aus unseren Früchten hergestellten Säfte profitieren ebenfalls in hohem Maße von den guten Anbaubedingungen und wurden hierfür ausgezeichnet,
zuletzt mit dem Goldenen Preis der DLG.

Abb. 1: Bienen bei den Kirschen
Obstbau_Bienen_bei_den_Kirschen_komp

Landbau - Tradition und Moderne
Wir im Stadtgut Görlitz haben uns entschieden, nach den Richtlinien des Bioland-Anbauverbandes zu wirtschaften.
Unser Pflanzenbau ist durch Vielseitigkeit gekennzeichnet. Die 6-gliedrige  Fruchtfolge und die Zusammenstellung verschiedener Pflanzenarten und -familien sind das Gegenmodell zu den krankheitsanfälligen Monokulturen, die das Bild der Landwirtschaft sonst prägen. Der Anbau von Stickstoff fixierenden Pflanzen macht den Einsatz von synthetisch hergestellten Düngern überflüssig. Dies geschieht durch den Anbau von  Kleegras, Erbsen und Lupinen, die nach Aberntung eingearbeitet werden.
Die Pflege des Naturhaushaltes wird gefördert durch die Anlage und Pflege von Hecken sowie durch Vogelschutz, Insektenschutz usw. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Boden, Pflanze und Tier kann sich so individuell entwickeln und wird in der Nahrungsqualität wirksam.

Abb.2: Gerste an der Landeskrone
Landbau_Gerste_an_der_Landeskrone_komp

Tierhaltung - Kratzen und Scharren
Die Hühner der Stadtgut Görlitz GmbH werden in 5 Ställen gehalten. Die Ausläufe sind mit Kirsch- und anderen Bäumen bestanden. Im Schutz dieser nutzen die Tiere den Auslauf intensiv und sind gerne draußen. Bei schlechtem Wetter halten die Tiere sich gerne im großzügigen, überdachten Auslauf auf. Dass jede Hennenherde von Hähnen geführt wird, sorgt für ein stabiles Sozialgefüge und verhindert unnötige Rangkämpfe der Hennen.
Das Futter wächst auf den eigenen Feldern. Wir bauen für unsre Hennen Weizen, Gerste und Erbsen an. Weizen wird als ganzes Korn in die Einstreu gegeben, Gerste und Erbsen vermahlen und mit Mineralstoffen und Kalk gemischt, die nicht auf unsrem Betrieb wachsen, die die Hühner aber brauchen, um die gute und festschalige Eier zu legen.
Damit unsere Tiere nicht krank werden, ist der Auslauf mit Sonne und Licht und Luft, sowie ein ausgewogenes Biofutter am Wichtigsten. Zusätzlich geben wir jeder Henne einmal in der Woche Kanne-Brottrunk zu trinken, um die Verdauung zu stabilisieren. Impfungen gegen die gefährlichsten Geflügelkrankheiten ergänzen das Programm „Vorsorgen statt heilen.“ Dadurch sind unsere Legehennen so gesund, dass wir bereits seit vielen Jahren keine Medikamente mehr geben mussten.

Abb.3: Hühnerhaltung
Tierhaltung_Huehner_komp

Wir verfolgen das Bild des Betriebsorganismus, eines runden Landwirtschaftsbetriebs, in dem sich die einzelnen Betriebzweige ergänzen. So produzieren wir auf dem Acker das Futter für unsere Hühner und bergen das Stroh für Ihre Einstreu. Die machen auch als Kleinvieh viel Mist, den wir zur Düngung unserer Äcker und Obstanlagen verwenden. Das Schnittmaterial der Obstbäume häckseln wir und verwenden es im Auslauf der Hennen, um den stallnahen Bereich trocken und sauber zu halten.
So ist nichts Abfall, alles wird genutzt und die Transportwege sind kurz. Modernes ökologisches Wirtschaften als heutige Aufgabe für uns, um unseren Kindern etwas weitergeben zu können.

Gerne können Sie sich jederzeit persönlich bei uns umschauen. Für Gruppen stehen wir, bei ausreichender Voranmeldungszeit, für Betriebsführungen zur Verfügung .Wir hoffen auf Ihr Verständnis, dass dies zur Erntezeit nur sehr eingeschränkt möglich ist, da jede Hand und jeder Fuß draußen auf den Feldern gebraucht wird.




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